Interview
„Lebendige Stadtgesellschaft sichtbar machen“
Mario Nolle vom Architekturbüro „Baulampe“ aus Bielefeld beschreibt warum Spannung von Innenarchitektur und Nutzung im Bahnhof ganz besonders ist.
Lesedauer ca. 4 Min.
Projektkoordinatorin Julia Bergmann sieht im Dritten Ort neuen Treffpunkt mit hoher Aufenthaltsqualität
Sie sind nun seit einem Jahr in Löhne aktiv, was meinen Sie, welche Bedeutung hat das Projekt Dritter Ort für Löhne?
Hier entsteht im Bahnhof, der die Geschichte und Geschichten von Löhne in sich trägt, wie kaum ein anderer Ort in Löhne, ein neuer Ort der Gemeinschaft, des Austausches und der Inspiration. Der neue Bürgerort im Herzen von Löhne ergänzt durch die Kombination aus Bücherei und Gemeinschaftsort das Kultur- und Bildungszentrum in Löhne. Es bietet den Menschen in Köhne einen neuen Treffpunkt mit hoher Aufenthaltsqualität für alle Generationen, mit Bücherei, Bistro, Veranstaltungen, Workshopraum mit Makerspace, Meetingräumen und Lernplätzen und Raum zum Mitgestalten und Weiterentwickeln des Gemeinschaftsortes.
Konnten Sie bereits ähnliche Erfahrungen in anderen Städten oder Projekten machen?
Ich durfte schon eine ganze Reihe Dritte-Ort-Projekte begleiten und die Erfahrung zeigt, dass solche Gemeinschaftsorte die Kraft haben die Stadtgesellschaft zu beleben und zu stärken. Hier gelingt es, lebendige Stadtgesellschaft sichtbar zu machen. Menschen mit Ideen und Tatkraft finden zueinander und gestalten aktiv mit – den Ort, das Umfeld, die eigene Stadt. Gemeinschaft kann einfach und unkompliziert gelebt und erlebt werden. Entweder indem man einfach unverbindlich den Raum mit anderen teilt oder indem man sich aktiv verabredet, an Aktivitäten, Diskussionen oder Workshops teilnimmt. Oder auch indem man als Lernender unter Lernenden im Lesesaal seine Konzentrationsatmosphäre findet oder seine Lieblingsleseecke findet und dort versinkt. Es gibt unzählige Optionen, die so ein Ort bietet.
Wie gefällt Ihnen die Zusammenarbeit mit den Beteiligten in Löhne?
Das Projekt in Löhne zeichnet sich durch ein tolles Team aus. Die Zusammenarbeit mit dem Büchereiteam, den verschiedenen Fachbereichen in der Stadt, mit dem Verein „Löhne umsteigen“ und dem Förderverein der Bücherei sowie den Architekten macht große Freude. Wenn alle an einem Strang ziehen wie hier, hat dieses Projekt das Potential exzellent und herausragend für eine ganze Region zu werden. Das Commitment aller Beteiligten ist groß und macht mir Mut, dass wir auch Stolpersteine gut miteinander meistern werden.
Was macht den Reiz dieses Projekts für Sie aus?
Oh, da gibt es vieles… Der Ort mit seiner Geschichte hat soviel Herz, enthält so viele tolle (Lebens)geschichten und bietet so viele Anknüpfungspunkte. Die besondere Aufgabe, einen aktiven Bahnhof in einen gelingenden Dritten Ort zu verwandeln macht großen Spaß und macht das Projekt nicht nur einzigartig sondern auch besonders aufregend. Die Verbindung von Bücherei, als Plattform für den Dritten Ort, das große Bürgerengagement, die Vermischung mit den Reisenden und das Ganze flankiert von einer gemütlichen Gastronomie – das verspricht ein toller Ort und der schönste Wartesaal Deutschlands zu werden!
Wird das aus Ihrer Erfahrung wirklich alles funktionieren?
Wenn wir alle weiter zusammenhalten und immer den Austausch miteinander suchen, wird dieses Team das Projekt in großartiger Form zu einem Abschluss bringen und Löhne um einen ganz besonderen neuen Ort für die Menschen bereichern.
… und auch in der Zukunft bestehen?
Und dann wird es an den Menschen in Löhne sein, diesen Ort zu ihrem zu machen und stetig weiter zu entwickeln, ihn lebendig zu halten und wachsen zu lassen.
Und was braucht es für die Zukunft und was ist das Schönste für Sie am Löhner Projekt?
Die Freude an Gemeinschaft, an Geschichten, am Austausch, am (voneinander) Lernen und das Engagement etwas daraus zu machen. Die Vorfreude, auf das was ich sehe, wenn ich im Bahnhof stehe und mein inneres Auge die Zukunft dieses Ortes sieht.
… und worauf freuen Sie sich persönlich am meisten und was wünschen Sie dem Projekt und den Löhnerinnen und Löhnern?
Auf den Eröffnungsmonat und alle die – hoffentlich – neugierigen Löhner und Löhnerinnen, die kommen, um ihren Ort zu entdecken und zu erkunden. Und die an eine positive Entwicklung glauben. Die Bürger der Stadt sollten sich auf diesen neuen Gemeinschaftsort freuen und die Entstehung wohlwollend begleiten. Geben Sie gern Feedback oder beteiligen Sie sich über die am Projekt beteiligten Vereine an dem Gelingen dieses – Ihres – Bücher- und Gemeinschaftsortes.